News - Juli bis Dezember 2008

28.Dezember 2008

Zwischen den Jahren

Wohl ein Jeder läßt am Ende des Jahres die vergangenen Monate Revue passieren, sei es, um sich bestimmte Dinge nocheinmal in Erinnerung zu rufen oder um Vorsätze für das neue Jahr zu treffen.
Auch ich hänge dieser Tage meinen Gedanken nach. Alles in allem können wir auf ein gutes Jahr zurückblicken. Unsere Reittouren war gut gefüllt und alle Ritten liefen zu 100% unfallfrei ab. Viele neue Gäste haben wir bei uns gehabt, aber auch etliche vertraute Gesichter begrüßen dürfen. Natürlich ist es nicht immer möglich, regelmäßig im 1-2 Jahrestakt nach Island auf eine Reittour zu kommen, aber das Wiederkommen von Gästen und das Weiterempfehlen an Freunde und Bekannte ist ein riesen Dankeschön an uns und unsere Arbeit.
Neben der Arbeit gab es natürlich auch Vergnügen für uns. Ich habe mich in den Wintermonaten in meine Gesangsausbildung gestürzt und eine wichtige Prüfung abgelegt. Svenni hatte viel Freude an seinem Quad, mit Jörfi und seinem neuen Rennpasser Tinni (beide stehen bereits beschlagen im Stall). Júlíus hat sein letztes Jahr im Kindergarten begonnen, liebt es zu basteln, schneiden und malen und hat täglich Freude an seinen Tieren.
Neben all den schönen Stunden gab es aber auch schwere Stunden des Abschieds von geliebten Vierbeinern. Schweren Herzens trennten wir uns von unseren Zuchtstuten Tvistjarna und Drottning, die ein hohes Alter erreicht hatten. Es gab aber auch unvorbereitete Abschiede, wie z.B. von Bliður, den wir durch ein Gehirnbluten verloren. Der tragischste Abschied war allerdings der von unserem lieben Pünktchen, an dem wir immer noch sehr "zu knabbern" haben. Ein neuer Hund ist noch nicht in Aussicht, aber am Jahresanfang werden wir verstärkt suchen.
In Zusammenhang mit Pünktchen möchte ich noch einmal auf die eindrucksvollen Wolken eingehen, die ich als Regenbogenbrücke beschrieben habe. Man nennt dieses Naturphänomen Perlmuttwolken (auf Isländisch Glitský). Ich habe ein bisschen googlen müssen, um mich darüber zu informieren und es gibt fantastische Fotos von solchen Wolken im Internet. Diese in Regenbogenfarben schimmernden Wolken bilden sich in der Stratosphäre in 15-30 km Höhe bei -70 bis -90°Celsius. Die Wolken bestehen aus Eiskristallen und Salpetersäurehydraten (welche sich in Verbindung mit Chlor schädlich auf die Ozonschicht auswirken können). In den Eiskristallen bricht sich das Licht während der Dämmerungsstunden in einem bestimmten Winkel, das die Wolken in dieser Farbenpracht schillern läßt. Mehr Physik und Chemie möchte ich hier nicht mehr von mir geben, jedenfalls sind die Wolken eine Erscheinung, die eher selten auftritt. Zu den Weihnachtsfeiertagen waren ganztägig grandiose Wolken zu sehen (schliesslich ist hier momentan Dauerdämmerung) und es wurde auch viel auf einschlägigen isländischen Internetseiten darüber berichtet.

Nun möchte ich mich auch einmal zur allseits bekannten Finanzkrise äußern, die Island in diesem Jahr in großen Ausmaß in die Schlagzeilen gebracht hat. Wir haben sehr viele besorgte Mails und Anrufe erhalten, was uns sehr berührt hat. Die häufigste Frage ist danach, wie sich die Krise auf unser Alltagsleben auswirkt. Die Leute, die Geld, Wertpapiere und Aktien im großen Bank Crash verloren haben oder auf Auslandsdarlehen "sitzen", die sie nun zwei- bis dreifach zurückzahlen müssen, haben es nun natürlich besonders schwer. Besonders im Großraum Reykjavík haben viele wirklich alles verloren, inklusive ihrer Häuser, deren Schlüssel sie nun den Banken übergeben. Hier auf dem Land sieht es zum Glück nicht ganz so krass aus, da die "Geldparty" hier nie so doll gefeiert wurde, aber wir wissen natürlich nicht, was uns genau noch bevorsteht in den nächsten Monaten (und Jahren?). Die Preise für Lebensmittel und andere Güter sind schon extrem gestiegen. Steuern wurden und werden erhöht, auch andere öffentliche Gelder und Preise für Dienstleistungen werden demnächst steigen. Das neue Jahr wird sicher ein hartes Jahr und wir rechnen mit einigen Einschränkungen für uns. Für unser Geschäft allerdings haben wir uns vorgenommen, keine Abstriche in der Qualität unserer Reitprogramme und der Betreuung unserer Gäste zu machen und wir blicken eher optimistisch in die Zukunft. Den Isländern ist im Allgemeinen ein zäher Überlebenswillen zu Eigen und der treibt auch uns voran.

Liebe Leser, liebe Gäste, liebe Freunde, abschließend möchten wir euch allen ein gesundes und glückliches Jahr 2009 wünschen! Nach isländischer Sitte bedanken wir uns für das alte Jahr. Danke für die vielen gemeinsam verbrachten Stunden, die erlebnisreichen Ritte auf unseren Pferde und die vielen netten Momente und Gespräche. Danke für euer Vertrauen, eure Treue und eure Freundschaft!
Unseren fleißigen Mädels nocheinmal ein riesen Dankeschön für eure Arbeit, mit der ihr einen großen Anteil am Gelingen unseres Programmes habt.

Rutscht alle gut ins neue Jahr!

23.Dezember 2008

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie “Brücke des Regenbogens”. Auf dieser Seite des Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht: die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!!! Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat DICH gesehen!!!
Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst, und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein. (Verfasser nicht bekannt)

Auf dieser wunderschönen Regenbogenbrücke, die um die Mittagszeit am Himmel zu sehen war, ist unser lieber Púnktur heute in den Himmel gelaufen. Er war gestern in einem Moment der Unachtsamkeit unter die Räder eines Autos geraten und wurde so schwer verletzt, dass wir nichts mehr für ihn tun konnten. Wir sind alle sehr traurig über den Verlust dieses tollen Hundes, der Familienmitglied, Freund und Arbeitskamerad war und außerdem viel zu jung, um zu sterben. Auch unsere Putzi läuft schon den ganzen Tag ruh- und rastlos durchs Haus und über den Hof und sucht ihren großen Freund. Júlíus hat heute einen beeindruckenden Trost gefunden, als die Regenbogenbrücke am Himmel erschien.

18.Dezember 2008

Weihnachtskartenstatistik

Eine der wichtigsten Dinge in Island während der Vorweihnachtszeit ist das Schreiben der Weihnachtskarten. Der Brauch kam um die Jahrhundertwende von Groß Britanien nach Island, wie ich heute in einer Zeitschrift gelesen habe. Man sendet nicht nur seiner Familie und Freunden eine Karte, sondern auch seinen Nachbarn, Arbeitskollegen oder wer einem sonst noch näher steht als andere Leute. Die etwa 300.000 Einwohner der Insel verschicken in jedem Jahr 4 Millionen (!!!) Karten und Päckchen per Post. Das macht 35 Karten pro Haushalt, wie der Nachrichtensprecher gestern in den Nachrichten verkündete. Neben den per Post verschickten Karten (wir halten mit der Quote übrigens mit) verteilt man Karten an Nachbarn oder Arbeitskollegen auch per Hand. Wenn dann noch jemand wie ich, mehrere Hundert Weihnachtskarten per e-mail verschickt....Puh, was für ein Aufgebot an guten Wünschen und Grüßen. Ja und die im Radio verlesenen Weihnachtsgrüße (über etwa 15 Stunden!) darf man natürlich auch nicht vergessen....Das kann ja nur ein gutes Weihnachtsfest werden....
Für alle, die aus irgend einem Grund unsere Weihnachtskarte nicht bekommen haben, obwohl sie in unserem Verteiler sind oder einfach nur gerade bei uns vorbeischauen, stelle ich unsere Weihnachtskarte hier in die News.

Wen es interessiert, was man in Island sonst noch so für Bräuche zu Weihnachten hat, dem sei folgender Link empfohlen:

Isländische Weihnachtskunde

12.-24. Dezember 2007

Die Weihnachtsmänner sind da!

Nun werden sie hier wieder auftauchen, die rauen Gesellen, die man in Island Weihnachtsmänner nennt. Sie sind die Söhne der gräßlichen Riesin Grýla und haben so einiges an Untugenden aufzuweisen. Sie kommen einer nach dem anderen aus den Bergen und wie in jedem Jahr könnt ihr das Treiben der 13 Männer online mitverfolgen. Also schaut jeden Tag rein!
Viel Spass bis Heiligabend mit den isländischen verwegenen Gefährten wünschen euch Evelyn, Svenni und Júlíus.

P.S. Der Schrecken der isländischen Weihnachtsmänner ist nicht mehr so groß wie in den vergangenen Jahrhunderten. Heutzutage bringen die isländischen Gesellen den Kindern jeden Tag was in die Schuhe, ähnlich unserem Nikolaus. Für unartige Kinder gibt es eine Kartoffel (aus Ermangelung an Ästen).

Hier geht´s lang!

Unser Online-Weihnachtskalender

11.Dezember 2008

Winterfreuden

Zwar hat uns ein mächtiger Wetterumschwung mit starkem Sturm unsere Schneepracht geraubt, aber die Wetteraussichten für das Wochenende versprechen wieder Frost. Hoffentlich mit ein bisschen Schnee, denn das erhellt unsere Tage, die derzeit sehr kurz und dunkel sind. Die Sonne schafft es seit ein paar Tagen nicht mehr, über die Gipfel der Berge zu steigen und erst Anfang Januar werden wir sie wiedersehen.
Doch nicht nur der Schnee bringt Winterfreude. Für unsere Schafe gibt es derzeit eine ganze andere Freude, nämlich die der Liebe :-) Die Decksaison läuft auf Hochtouren und da gibt es einiges an Arbeit. Svenni ist derzeit in seinem "Schafzüchterelement" und hat alle Mutterschafe und Böcke sorgfältig sortiert, um Inzucht zu vermeiden und bestimmte Anpaarungen zu erzielen. Jeden Morgen geht er mit einem Bock an der Leine durch die Schafherde und läßt diesen die paarungsbereiten Schafe aufspüren, die dann zu den entsprechenden Böcken kommen. Somit weiß er nicht nur, welches Schaf von welchem Bock gedeckt wurde, sondern auch, an welchem Tag. Damit läßt sich die Zeit der Lammgeburt sehr genau bestimmen (+/- 1 Tag). Das kommt uns zur Lammsaison sehr zugute, denn gerade die jungen Schafe und bekannte "Problemfälle" brauchen dann viel Aufsicht.
Ansonsten gibt es nicht so viel von uns zu berichten. Wir verbringen eine eher ruhige und entspannte Adventszeit, weitab von jeglichem Trubel und Streß. Die Pferde laufen als flauschige Wollknäule über die Wiesen, Putzi hält sich am liebsten auf dem Sofa auf und Pünktchen stiehlt sich auch ganz gerne mal ins Haus...

30.November 2008

Ein Eisbär im Advent

Auch in Island wurde an diesem Wochenende die erste Kerze am Adventskranz angezündet und in Sauðárkrókur erstrahlte gestern Nachmittag der städtische Weihnachtsbaum. Zu diesem Anlass wurde gesungen und musiziert, die ein oder andere Rede gehalten, Kaffee, Pfefferkuchen und leckere "Kjötsúpa" (Fleischsuppe) ausgeteilt. Auch die Weihnachtsmänner kamen das erste Mal aus den Bergen und ein bisschen hatte es etwas von Weihnachtsmarktstimmung (nur der Glühwein und die gebrannten Mandeln fehlten).
Ein kräftiger Schneefall begleitete das bilderbuchhafte Ereignis, aber der größte Höhepunkt verbarg sich im Haus des Naturschutzbundes. Dort wurde der im Juni im Skagafjörður gestrandete (und getötete) Eisbär ausgestellt. Ein wunderschönes, riesiges Tier. Jung und Alt stand staunend und beinahe erfürchtig vor dem ausgestopften Riesen. Das Alter des Bären wird auf 21 Jahre geschätzt. Schade, dass sein Leben so ein trauriges und jähes Ende nahm....

Und nun wünschen wir euch allen eine gesegnete und besinnliche Adventszeit.

30.Oktober 2008

Der Countdown läuft

In ein paar Tagen geht es für uns in den wohlverdienten Urlaub. Wir sind nun dabei, alle noch zu erledigenden Arbeiten zu bewältigen. Das alles ein wenig im Wettlauf mit der Zeit, da uns der frühe Wintereinbruch letzte Woche für ein paar Tage praktisch lahmgelegt hat.
Unser herbstlicher Pferdeabtrieb glich in diesem Jahr eher einer Pferderettungsaktion, als einem normalen Pferdeabtrieb. Angesetzt auf den vergangenen Samstag wurde er wegen der schlechten Wetteraussichten auf Sonntag verschoben. Da es aber weiterhin stürmte, war ein Abtrieb aussichtslos. Svenni kämpfte sich allerdings mit dem Traktor in das Gebiet, wo schon ein großer Teil der Hochlandherde (ca 100 Pferde) auf ihren Abtrieb wartete. Dort verteilte er einen Ballen Heu.
Am Montag machten wir uns mit zwei Traktoren und einem weiteren Ballen Heu auf und holten die Herde ins Tal. Diese Arbeit verrichten wir normalerweise reitend (ohne Heuballen allerdings ;-)), aber das stand in diesem Jahr ausser Diskussion. Im Pferch angekommen, ging es sogleich ans Sortieren und wir stellten ziemlich schnell fest, dass von unseren 30 Pferden nur vier dabei waren. Das hiess, das wir uns nocheinmal auf den Weg machen mussten, um unsere Pferde im Hochland zu suchen und herunter zu holen.
Ein Nachbar fand sie am folgenden Tag, als er mit einem Schneemobil auf der Suche nach verschollenen Schafen war und trieb sie bis zum Zaun. Dort haben wir sie gestern (wieder per Traktor und einem Heuballen als Lockmittel) abgeholt. Zwar mussten wir uns teilweise zu Fuß durch meterhohe Schneewehen kämpfen, um den Pferden eine Spur zum Tor zu legen, aber wir waren sehr froh, dass alle Pferde gesund und munter vor uns standen. Das Heu reizte sie im Übrigen gar nicht, sie hatten also noch ausreichende Versorgung in den Bergen.
Heute haben wir alle Pferde entwurmt und auf eine Weide gebracht, wo sie die kommenden Monate sein werden. Wir sind übrigens sehr zufrieden mit unserer bunten bzw. sehr isabelldominanten Fohlenherde und auch die Jährlinge haben sich prächtig entwickelt.
Ein paar Bilder des Heimholens der Pferde habe ich in die Galerie gestellt.

Bevor unser Urlaub anfängt, wartet noch ein kulturelles Ereignis auf uns: Wir werden in Varmahlið die Carmina Burana von Carl Orff aufführen. Wir sind ein kleiner Chor von 15 Leuten aus dem Skagafjörður und studierten das Werk im vergangenen Winter ein. Anfang Juni führten wir es mit vier weiteren Chören in Reykjavík auf und anschliessend fuhren die Chöre nach New York, um es in der ausverkauften Carnigal Hall zu singen. Leider konnte ich nicht mit nach NY fahren, da die Saison bei uns bereits angelaufen war und deswegen freue ich mich umso mehr, am Wochenende nocheinmal mit allen singen zu können. Wir werden wieder ca. 170 Sänger sein und werden dirigiert von Garðar Cortes, dem Begründer der Oper Reykjavík und Vater des Sängers Garðar Thor Cortes (bekannt als "Nonni" aus dem Film Nonni und Manni).

Zum Schluss dieser langen News noch der Hinweis darauf, dass ich trotz Urlaub meine e-mails regelmäßig abrufen und beantworten werde!

24.Oktober 2008

Die Woche der Schneestürme

Schon in der vergangenen Woche wurde uns der Einbruch des Winters vorhergesagt und so machten wir alles im Eilverfahrungen winterfest. Die Bragga, unser Schafstall, musste noch geschlossen werden, denn sie hat eine neue Vorder- und Hinterfront erhalten. Nachdem wir diese Arbeit zufriedenstellend abgeschlossen hatten, richteten wir im Pferdestall einige Schafboxen her. Wir sortierten alle zur Zucht ausgesuchten Lämmer aus der Herde und brachten sie in ihr vorübergehendes neues Zuhause. Neben einer hübschen Schar Mädels haben wir auch zwei prächtige junge Böcke zur Weiterzucht behalten. Sie sind Júlíus ganzer Stolz, werden zweimal täglich von ihm gefüttert und erhielten die Namen Gullmóli und Láki. Mal sehen, ob sie so zahm werden, wie einstmals unser Bock Amor.

Nachdem alle Dinge erledigt waren, brach am Montag der erste Schneesturm über uns hinein. Er war noch relativ harmlos und brachte nur ein paar kleinere Schneewehen. Der gestrige Schneesturm allerdings war schon um einiges heftiger. Die Ausmaße konnten wir heute morgen begutachten, als es für einen Moment windstill war. Um alle Gebäude türmten sich teilweise meterhohe Schneewehen. Júlíus fand das natürlich herrlich - kann man doch so toll von ihnen herunterrutschen... Für uns bedeutete es, die Wege wieder freizulegen, um die Tiere versorgen zu können und noch einmal die Winterfestigkeit zu überprüfen. Seit ein paar Stunden tobt nun der nächste Sturm. Die Lichter der Nachbarhöfe sind nicht mehr zu sehen und die Fenster sind schon fast zugeschneit. So können wir jetzt nur hoffen, dass alle Tiere die Nacht einigermaßen gut überstehen, uns der Strom nicht ausgeht und der Sturm möglichst schnell vorüber zieht.

Ein paar Bilder unserer Schneeverwehungen findet ihr in der Galerie.

14.Oktober 2008

Reiten und Erleben

An dieser Stelle möchte ich unseren neuen Programmpunkt "Reiten und Erleben" vorstellen.
Es handelt sich bei diesem Wochenprogramm um ein Angebot, welches tägliche Ritte und viel Zeit für eigene Unternehmungen beinhaltet. Die Grundlage dafür bildet die Anreise mit einem Mietwagen, der während des gesamten Aufenthaltes zur Verfügung stehen muss. Damit wollen wir der verstärkten Nachfrage nach einem solchen Angebot nachkommen und hoffen, dass viele daran Gefallen finden werden.
Die Termine für diese Erlebniswoche liegen sowohl im Frühsommer, als auch im Sommer und Herbst und lassen sich für uns gut mit unseren Reittouren vereinen.
Hier im Skagafjörður gibt es eine Vielzahl an Dingen zu erleben und zu besichtigen und gerne stehen wir bei den Vorbereitungen des individuellen Sightseeing- und Aktivitätenprogramms mit hilfreichen Tips zur Seite.
An einem reitfreien Tag gibt es die Möglichkeit einen langen Ausflug zu unternehmen. Warum nicht mal zum Mývatn fahren, auf der heißen Lava der Krafla wandern oder Akureyri entdecken?

Das genaue Reitprogramm, Termine, Preise und Vorschläge für Ausflüge und Aktivitäten finden sich hier.

09.Oktober 2008

Termine 2009 sind online!

Vor gut einer Woche haben wir mit einem erlebnisreichen Pferdeabtrieb zum Laufskálarétt die diesjährige Saison beendet.
Unseren tüchtigen Pferden haben wir bereits die Eisen abgenommen und in die Ferien entlassen. Nun müssen sie sich gut Winterspeck anfressen und dichtes Fell zulegen, damit sie die bevorstehenden Monate gut überstehen.
Das Wetter war in den letzten Tagen sehr abwechslungsreich. Von -9° Celsius und Schnee bis +10° Celsius und Sturm hatten wir alles. So richtig Herbst halt ;-)
Die Arbeit ist trotz Saisonende nicht sehr viel weniger geworden. Wir haben nun alle Schafe vom Berg geholt, sortiert und geschlachtet. Auf unserem Speiseplan stehen derzeit Dinge wie "Gebratene Lammleber auf Apfel-Zwiebel-Gemüse mit Kartoffelbrei", "Deftiger Herzgulasch mit roter Beete und knackigen frischen Kartoffeln" sowie "Geschmorte Nieren in süßsaurer Soße mit Gewürzgurken auf Reisbett (bzw.Kartoffeln für Svenni ;-))". Vielleicht ist das für viele nicht der Speiseplan erster Wahl, aber angesichts dieser frischen Zutaten aus großteils eigener Produktion für uns ein leckeres Herbstmenue.

Es ist wahrscheinlich kaum jemandem entgangen, dass Island es in diesem Jahr zum wiederholten Male auf die Titelseiten nichtisländischer Zeitungen geschafft hat. Viel möchte ich zur momentanen Finanzkrise nicht loswerden. Was allerdings jetzt sehr interessant ist: es lohnt sich mehr denn je, Pferde auf Island zu kaufen aufgrund des schwachen Kurses der Isländischen Krone. Wer also Interesse hat, sollte sich umgehend bei mir melden. Gerittene Pferde sind online, junge Pferde kann ich gerne auf Anfrage vorschlagen! Zu den Verkaufspferden.

Nun zum eigentlichen Thema dieser News: Die Termine und Preise für 2009 sind online. Ein paar Detailprogramme müssen noch überarbeitet werden und ich werde demnächst noch unseren neuen Programmpunkt "Reiten und Erleben" vorstellen. Ansonsten kann es losgehen mit dem Buchen! Hier geht´s zum Programm.

Bis zum 31.Dezember können auch wieder Bewerbungen für ein Praktikum/Arbeit bei uns eingereicht werden. Ausführliche Infos bitte per Mail anfordern!

22.September 2008

Rentiere und Staudämme

Nach vielen Wochen ununterbrochener Arbeit und kurz vor dem Startschuß zur letzten Woche der Saison, haben wir uns einen kurzen Familienausflug genehmigt.
Wir fuhren in den Osten der Insel und verbrachten drei erlebnisreiche Tage.
Unter anderem sahen wir uns den Ort Seyðisfjörður an, in dem die Fähre von Europa anlegt, sowie das kleine Fischerdorf Eskifjörður, aus dem unsere kleine Rappstute Rás stammt. Auf dem Weg dorthin passierten wir Reyðarfjörður, wo vor Kurzem eine Aluminiumhütte gebaut und in Betrieb genommen wurde. Riesige Hochspannungsmasten durchschnitten die gigantische Landschaft, um die Energie dorthin zu transportieren und wir machten uns auf den Weg, um zur Quelle der Energie zu gelangen.
Ziemlich sprachlos standen wir mitten im Hochland vor Islands größtem Bauwerk, dem Staudamm bei den Kárahnjúkar. Sprachlos ob des gigantischen Dammes, der übersprudelnden Energie des Überlaufkanals und der gewaltigen Schlucht Dimmugljúfur... aber auch erschüttert über die Verwaltigung der einzigartigen Natur....Der Bau des Dammes war und ist immer noch sehr umstritten...
Am nächsten Tag erkundeten wir ein wenig das Heidegebiet Jökuldalsheiði, streichelten Rentiere in einem Gehege und bewunderten das einzigartige Schafweideland dieser Region inklusive seiner prächtigen Schafe.

Wir kamen mit vielen neuen Eindrücken wieder nach Hause und ich habe euch ein paar Bilder in die Galerie gestellt. Hier klicken!

Heute nun begann unsere letzte Reitwoche der diesjährigen Saison. Nachdem wir die Woche über Ausritte und Sightseeingtouren machen werden, nehmen wir am Samstag am großen Pferdeabtrieb zum Laufskálarétt (nahe Hólar) teil. Die Spannung ist schon groß und wir freuen uns auf das alljährlich große Ereignis.

10.September 2008

Schafsaison

Am vergangenen Wochenende fand der erste Schafabtrieb statt. Dazu machten wir uns am Donnerstag mit dem Pferden auf den Weg ins Hochland, um von dort aus in aller Frühe am Freitag zu starten. Zwölf Stunden verbrachten wir damit, die etwa 1.200 Schafe zusammenzutreiben und durch das Mælifellsdalur die Berge herunterzubringen. Heiser und erschöpft kamen wir nach Hause, aber die unvergleichlichen Eindrücke entlohnten für alle Anstrengungen des Tages. Das Blöken der Schafe und die Rufe der Treiber begleiteten uns bis zur späten Abendstunde, an der wir unsere Eindrücke gemeinsam Revue passieren ließen.
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Stafnsrétt im Nachbartal, in dem die Schafe sortiert wurden. Einige von uns stürzten sich ins Getümmel und legten sich kräftig ins Zeug, um den Bauern zu helfen, ihre Schafe in die entsprechenden Abteile zu sortieren, während die anderen einfach in Ruhe die Atmosphäre genossen.
In der Reittourengalerie befinden sich Bilder des Schafabtriebs 2008.

Hier sind nocheinmal die Links zu unseren YouTube Videos vom Sortieren im Stafnsrétt im vergangenen Jahr:
Schafige Impressionen Teil 1
Schafige Impressionen Teil 2
Schafige Impressionen Teil 3
Und hier ein neues Video vom Hereintreiben der Schafe in den Pferch:
Flut der Schafe 2008

Ansonsten gibt es von uns zu berichten, dass sich die Gästesaison mit großen Schritten dem Ende nähert. Ein paar Pferden haben wir schon Urlaub geben können und sie erholen sich auf einer wunderschönen und üppigen Herbstweide. Die restlichen Pferde werden am 1.Oktober beurlaubt, wenn wir für dieses Jahr unsere Türen schließen.
Das Programm für die Saison 2009 ist bereits in Arbeit und wird hoffentlich noch vor Ende September online sein.

Vom Herbst ist hier bis auf die Schafabtriebe im Übrigen noch nicht sehr viel zu merken. Noch immer werden wir von einem milden (viel zu milden!) Wetter und herrlichem Sonnenschein verwöhnt. Am Abendhimmel tanzen allerdings bereits viele Nordlichter, sehr zur Freude unserer Gäste ;-)

23.August 2008

Im Spätsommer

Mit dem Ende der Austurdal Tour ging heute die diesjährige Reittouren Saison zu Ende. Vor uns liegen noch zwei Reitferienwochen, sowie der Schaf- und Pferdeabtrieb, jeweils mit täglichen, mehrstündigen Ausritten.

Ruhe legt sich nun über das Land. In der Nacht wird es wieder dunkel und sicher werden wir bald die ersten Nordlichter erblicken können. Die Pferde haben sich schon ein etwas dichteres Fell zugelegt und die Schafe zieht es immer mehr auf die nahen Wiesen. Das Heu haben wir fast alles geerntet und sind somit für den Winter gut gewappnet.
Unsere fleißen Sommerkräfte Nikki, Jessica, Anja, Sophie und Denise sind bereits wieder zu Hause und wir danken ihnen an dieser Stelle nocheinmal ganz herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz in den vergangenen Wochen.
In den Herbst hinein unterstützen uns nun Jasmin, Alex und Corinna und auch wenn der Tages-und Gästebetrieb weniger wird, wartet täglich genug Arbeit auf uns.

Heute haben wir zum ersten Mal unsere Schafe reingetrieben und die "Ernte" dieses Jahres begutachtet. Außerdem haben wir bereits die Hälfte aller Mutterschafe geschoren. Morgen werden wir die restlichen Schafe scheren und dann wird die Herde sortiert und teilweise nochmal auf die Bergwiesen entlassen.

Júlíus hat vor einiger Zeit sein Interesse fürs Fotografieren entdeckt. Wann immer er die Möglichkeit hat, schnappt er sich meine Kamera und geht auf Pirsch. Dabei kommen schon einige ordentliche Bilder heraus und deswegen widme ich die heutige Galerie Júlíus Erstlingswerken :-)

Morgen früh steht im Rahmen der Olympischen Spiele die Isländische Handball Nationalmannschaft im Finale gegen Frankreich. In Island herrscht volksfestartige Stimmung. Auch wenn sich die Isländischen Spieler nicht gegen die Franzosen behaupten sollten, so ist Island doch sehr stolz auf seine Jungs und die Olympische Medaille (die vierte in der Isländischen Sportgeschichte!).
Wir drücken die Daumen und fiebern mit. Áfram Ìsland!

06.August 2008

Mit Liebe zum Detail

Vor ein paar Tagen hatten wir Besuch von der jungen deutschen Fotografin Saskia Ketz. Saskia ist selbst Pferdebesitzerin und nutzte ihren Besuch bei uns, um ein paar Fotoshootings zu machen.
Im Vesturdalur fotografierte sie ein paar wunderschöne Naturdetails im Abendlicht und am nächsten Morgen hielt sie sich über längere Zeit im Paddock auf, wo die Pferde ihren Vormittagsschlaf abhielten. Welch wunderschöne Fotos mit der Liebe zum Detail dabei entstanden sind, seht ihr in der Galerie.
Als Stars des morgendlichen Shootings im Paddock treten auf: Kiljan, Sleipnir, Hátið, Djörf, Tinni, Bleikur und Vorsól.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die Bilder dem Urheberrechtschutz unterliegen und auf keinen Fall kopiert werden dürfen.

27.Juli 2008

Sommerbilder

Ich weiß, dass es einigen unserer treuen (Homepage) Besucher immer noch etwas schwer fällt, sich in unserem neuen Design zurecht zufinden. Das ist natürlich auch kein Wunder, denn die Seiten haben nicht nur einen neuen Anstrich erhalten, sondern es entstanden viele neue Seiten und neue Navigationspunkte.
Deswegen möchte ich an dieser Stelle kurz unsere Galerie erläutern.
Jedes halbe Jahr wird eine neue Galerieseite eröffnet. Alte Seiten werden ins Archiv geschoben und sind dort jederzeit abrufbar. In der Galerie finden sich Bilder, die einen Eindruck von unserem täglichen Leben geben sollen. Natürlich spielen hierbei die Pferde die größte Rolle, aber auch die Schafe, Hund und Katze sind vertreten, das erste zarte Grün des Frühlings oder der erste verschneite Berg im Herbst. Auf den Galerieseiten befindet sich jeweils ein Link, der zu den Reittouren Galerien führt. Hier sind Bilder zu den unterschiedlichen Touren zu finden, geordnet nach Touren und Jahren.
Die Bilder der diesjährigen Hochlandtour sind schon hochgeladen. Nun stehen mir etwa 700 Bilder der gerade abgeschlossenen Austurdalur Tour zur Verfügung. Diese zu sichten, auszuwählen und zu be- und verarbeiten wird noch einige Zeit dauern...

In der aktuellen Galerie habe ich soeben ein paar neue Bilder hochgeladen, die zeigen, was wir außer den Reittouren sonst noch zu unserem Vergnügen und dem unserer Gäste veranstalten. Hier geht´s in die Galerie

In dieser Woche steht die Highlight II Tour auf dem Programm, die uns unter anderem ins Vesturdalur und ins Hochland führen wird.

22.Juli 2008

Hochland

Soeben ist unsere Galerie Hochland 2008 online gegangen. Also einfach klicken und in Erinnerungen schwelgen bzw. sich Lust auf´s Abenteuer holen.

Unsere Stuten mit Fohlen haben wir am Sonntag in´s Hochland getrieben, wo sie den Sommer und Herbst bis Ende Oktober verbringen werden. Bis dahin werden die Fohlen noch ein ganzes Stück gewachsen sein und ihr Sommerfell gegen ein puschliges Herbstfell eingetauscht haben. Um sie dann auch sicher wieder zu erkennen, haben sie alle vor dem Auftrieb einen Microchip verpasst bekommen. Einen Eindruck gibt es hier.

In dieser Woche steht unsere seit Jahren beliebte Austurdalur Tour auf dem Programm und außerdem haben wir noch einige Gäste, die Reitferien bei uns verbringen.

16.Juli 2008

Hochsaison

Unsere Reitsaison läuft nun auf Hochtouren und Lýtingsstaðir gleicht wieder einmal einem Taubenschlag. Wir haben viele Gäste, die ihre Islandreise mit einem spontanen Ausritt auf unsere Pferden "krönen".
Außerdem läuft gerade unsere Hochlandtour, bei der die Gäste heute die Gletscherflüsse auf dem Weg nach Hveravellir bezwingen. Nach zwei regnerisch-nebligen Tagen scheint heute sowohl im Hochland, als auch hier in der Zivilisation die Sonne.
Nachdem uns im Frühling Corinne, Bella, Manu und Jenny hilfreich unter die Arme griffen, unterstützen uns derzeit unsere "alten Hasen" Nikki und Jessica, sowie unsere neuen Mädels Sophie und Anja. Sie alle sind den ganzen Tag über beschäftigt und leisten ihren großartigen Anteil daran, dass der Betrieb "rund" läuft.

Unser Heu haben wir bereits Anfang Juli einfahren können. Ein zweiter Schnitt steht Ende August noch aus, aber es ist immer wieder ein beruhigendes Gefühl, einen Teil für die Versorgung der Tiere sicher gestellt zu haben. Da die Heuernte unter besten Bedingungen stattfand, haben wir im Winter erstklassiges Futter zur Verfügung.

In den nächsten Wochen steht uns noch sehr viel Arbeit ins Haus, da alle unsere Touren bis Mitte August ausgebucht sind. Wahrscheinlich werde ich kaum Zeit finden, in den nächsten Wochen die Homepage regelmäßig zu aktualisieren und bitte, dies zu entschuldigen. Ich melde mich wieder, sobald ich Zeit habe! :-)

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